5 Wege in Achtsamkeit zu leben

Die Achtsamkeitspraxis hat das Ziel, Dich bewusster, gelassener und zufriedener werden zu lassen. Im üblichen Alltagstrott haben wir verlernt, inne zu halten und in Verbindung zu unserem inneren Kern zu stehen. 

In der Regel leben wir unachtsam und laufen auf Autopilot. Unsere Gewohnheiten, Denk- und Verhaltensmuster laufen einfach ab, ohne dass wir bewusst Einfluss auf sie nehmen 

Wir stehen morgens auf. Wir putzen uns die Zähne. Gehen duschen. Schmieren uns Pausenbrote. Trinken einen Kaffee. Fahren zur Arbeit. Machen vielleicht noch etwas Sport. Schauen Netflix. Und gehen schlafen. Und das jeden Tag aufs Neue - getreu dem Motto: Und täglich grüßt das Murmeltier. 

Fazit: Wir funktionieren, aber wir leben nicht wirklich. Wir bekommen nicht mit, was wir fühlen, was wir denken und was um uns herum passiert. 

Die meisten modernen Menschen haben die Verbindung zu sich selbst verloren. Ihre volle Aufmerksamkeit gilt nicht mehr der Welt an sich, sondern der Welt, die wir erschaffen haben - eine Welt der Formen, Strategien, Fristen und Lexika, sortiert von A-Z. Wir haben verlernt, wie wir uns und unsere umgebende Welt wahrnehmen. 

Unsere Verbindung zur Welt ist blockiert durch Lärm, Ablenkung und Entertainment. Der Lärm der Außenwelt überdeckt den Klang der Innenwelt. Wir verpassen den Augenblick. Der Augenblick, der alles im Leben verändern wird. 

Achtsam zu leben, bedeutet seine Aufmerksamkeit auf die Welt im Hier & Jetzt zu lenken – und zwar nicht nur körperlich, sondern auch mental. Das ist für die meisten Menschen definitiv kein Normalzustand. 

Lange lange Zeit wurde die Achtsamkeitspraxis in die Esoterik Schublade gestopft - doch mittlerweile haben zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Studien die Wirksamkeit von Achtsamkeitsübungen erforscht, anerkannt und bestätigt. Seitdem interessieren sich sogar die deutschen Krankenkassen für diese Thematik und bezuschussen Präventionskurse für Achtsamkeit.

Wann ist ein Mensch achtsam? 

  • Wenn Du Dich und Deine Umgebung beobachten kannst -
  • Wenn Du nicht mehr auf Autopilot läufst, sondern bewusst wählen kannst, was Du tust und wie Du reagierst
  • Wenn Du Deine Gefühle wahrnehmen und beobachten kannst - Wenn Du alle Deine Handlungsimpulse erkennst
  • Wenn Du Deine Gedanken wie ein Zuschauer beobachten kannst
  • Wenn Du Deine Umgebung mit Deinen Sinnen erlebst
  • Wenn Du den Moment wahrnimmst, ohne ihn zu bewerten 

Wie fühlt sich Achtsamkeit an?

Achtsamkeit bedeutet voll und ganz bei sich selbst zu sein. Sich selbst wahrzunehmen. Alle Gedanken, Gefühle und Empfindungen. Es ist ein geistiger Zustand, der Dich beobachten lässt. Du nimmst wahr. Du siehst. Du fühlst. Du spürst. Du hörst. Und all das ohne zu bewerten. Es gibt dann kein „Gut“ oder „Schlecht“. Es ist einfach… Und dieser geistige Zustand erfüllt Dich mit Zufriedenheit und Lebensfreude, eine ganz besondere Qualität des Lebens fließt durch Dich hindurch. Du erlebst gleiche und alltägliche Situationen mit einem ganz neuen Verständnis. Du fühlst Dich lebendig und verbunden - mit Dir, Deinen Menschen und dem Leben. Du beendest den inneren Kampf und Widerstand - denn alles darf sein, so wie es ist. Du nimmst Deine Gedanken, Gefühle und äußere Situationen in Liebe an. 

5 Wege & Übungen - integrierbar in den Alltag 

(1) Der Stille lauschen

Schließe mal Deine Augen und fokussiere Dich auf Dein Gehör. Konzentriere Dich auf jedes akustische Signal, das Du wahrnehmen kannst. Folge diesem Signal mit Deiner Aufmerksamkeit. 

(2) Bewusste Schritte

Wenn Du spazieren gehst oder auch, wenn Du zuhause in Socken läufst, versuche einmal bewusst wahrzunehmen, wie sich der Boden unter Deinen Füßen anfühlt. Versuche bei jedem Schritt zu fühlen, wie Du zuerst Deine Ferse aufsetzt, abrollst und dann Deine Zehen den Boden berühren. Und versuche gleichzeitig wahrzunehmen, welche Struktur der Boden unter Deinen Füßen hat. Tipp: Anfangs kannst Du Deinen Blick auf den Boden richten, so wird es Dir sicherlich einfacher fallen. 

(3) Annehmen, was ist

Versuche heute mal alltägliche Tätigkeiten, Gedanken und Ereignisse anzunehmen - ohne sie zu hinterfragen, zu bewerten oder ändern zu wollen. Du sparst Du viel Energie und Kraft, wenn Du lernst, die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Du verschwendest Deine wertvolle Zeit nicht weiter im Kampf-Widerstand-Modus, sondern kannst die neugewonnene Energie für Dich nutzen 

(4) Schau doch mal

Die mittlerweile übliche Haltung des Menschen ist der Blick auf sein Smartphone. Beim Gehen, Bahn fahren oder auch in Gesprächsrunden. Selten ist der Mensch wirklich voll präsent. Lass doch heute mal Dein Smartphone in der Tasche, wenn Du unterwegs bist. Schaue Dir die Menschen an, die Dir entgegenkommen. Ein aufrichtiger Blick in die Welt, ohne die Suche nach Informationen oder Ablenkung, ist goldwert. 

(5) Ein Date mit sich selbst

Wie oft verbringst Du tatsächlich Zeit mit Dir selbst? Ohne Handy, TV, Buch oder Menschen/Tieren? Ich vermute die Anzahl geht fast gegen Null - oder zumindest mit neigender Tendenz dahin. Nimm Dir mal mindestens 2 Tage in der Woche, an denen Du Dir mindestens 30 Minuten Zeit für Dich selbst einplanst. In diesen 30 Minuten beobachte, was mit Dir geschieht, wenn Du die ganze Zeit nur bei Dir bist und einfach nur sitzt. Ohne ein Ziel, was passieren soll und ohne das Wissen, was Du als nächstes machst… Denn oft sind wir mit unseren Gedanken schon bei der nächsten Tätigkeit.

Meine Empfehlung an Dich:

Versuche immer mal wieder eine der oben genannten Übungen zu integrieren und teste sie für Dich aus. Diese kannst Du natürlich beliebig erweitern.